In den eigenen vier Wänden ist das Smart Home, also die intelligente, vernetzte Steuerung unterschiedlicher Geräte und Systeme, schon seit einigen Jahren ein großes Thema. Inzwischen ist der Trend auch im Wohnmobil angekommen, das in seiner Funktion als „rollendes Heim“ mit einem ähnlichen, wenn auch kleineren Versorgungssystem ausgestattet ist. So muss die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser auch im Reisemobil gewährleistet sein und darüber hinaus regelmäßig aufgeladen beziehungsweise nachgefüllt werden. Mit Fernseher, Soundsystemen und mobilen Endgeräten hält zudem immer mehr High-Tech Einzug in das einst so heimelige Wohnmobil. Warum dann nicht alle Komponenten in einer zentralen Steuerung bündeln?

Einheitlicher Standard dank CI-BUS

Im Vergleich zu Wohnung oder Haus hat das Wohnmobil bei der Intelligenten Vernetzung klar die Nase vorn. Während sich daheim einzelne Systeme nur getrennt voneinander steuern lassen, existiert für Wohnmobile der einheitliche Vernetzungsstandard CI-BUS. Die Abkürzung steht für Caravaning Industrie Binary Unit System und wurde vom Caravaning Industrie Verband festgelegt. Dieses einheitliche System ermöglicht die Kontrolle und Steuerung von Heizung und Klimaanlage, Wasser,- Gas- und Stromversorgung, Batteriestand, Licht etc. über ein einziges Bedienpanel. Das ist gerade im Wohnmobil, in dem die Ressourcen regelmäßig zur Neige gehen, besonders praktisch und zeitsparend: Man sieht auf einen Blick, wann es Zeit wird, den Wassertank aufzufüllen, ob die Gasreserven noch zum Heizen, Kochen und für den Kühlschrank reichen und ob die Batterie noch genug Strom für den gemütlichen Fernsehabend hergibt. Auch Wohnmobil-Urlauber, die gerne auf dem Bauernhof campen oder mal „Frei stehen“, dürften sich über ein smartes Wohnmobil freuen: Da es beim naturnahen Campen keine Versorgungsstation gibt, können Tanks und Batterien rechtzeitig an anderer Stelle aufgefüllt werden. Neben der elementaren Versorgung mit Gas, Wasser und Strom lassen sich auch Temperatur und Licht über die vernetzte Bordtechnik regeln.  

Steuerung auch via Smartphone und Tablet

Die einzelnen Funktionen werden im Wohnmobil über ein Controlpanel in Form eines Touchscreens gesteuert. Daneben bieten immer mehr Wohnmobil-Hersteller inzwischen auch spezielle Apps für Smartphone und Tablet an. Damit lässt sich das Wohnmobil auch von außerhalb kontrollieren. Die Verbindung erfolgt im Nahbereich über ein WLAN- oder Bluetooth-Netz, in das man sich mit dem mobilen Endgerät einwählt. Für Abfragen aus weiteren Distanzen benötigt man eine SIM-Card. Mit dieser kann das Reisemobil praktisch von überall gesteuert und überwacht werden – eine enorme Verbesserung auch beim Thema Sicherheit. Mittlerweile gibt es smarte Warnsysteme, die per GPS-Tracker auf dem Smartphone einen Alarmauslösen. Die Verbindung erfolgt über ein integriertes GSM-Modul per Mobilfunk. Im Falle eines Einbruchs oder Diebstahls wird ein stiller Alarm per SMS übermittelt, ohne dass der Täter es merkt. Bei Diebstahl orten ganz ausgefuchste Warnsysteme den aktuellen Standort des entwendeten Wohnmobils und senden diesen über einen Hyperlink von Google Maps. Der Alarm kann, ebenfalls über eine Funkverbindung, auch vom Autoschlüssel ausgelöst werden.

Bei all der Technik wünschen sich manche Traditions-Camper wahrscheinlich den guten alten Werkzeugkoffer zurück. Der Trend geht allerdings eindeutig in Richtung smartes Wohnmobil – schon allein wegen der offensichtlichen Vorteile. Im Übrigen können auch ältere Wohnmobile auf eine Intelligente Vernetzung umgestellt werden. Diese Umrüstung stellt allerdings eine kleine Herausforderung dar, die man besser einer Werkstatt überlässt. Eine gesunde Skepsis gegenüber dem High-Tech-Wohnmobil ist durchaus angebracht. Wenn die Technik versagt, kann man nicht einfach selbst Hand anlegen, sondern ist auf die Hilfe des Wohnmobil-Herstellers oder Netzwerkbetreibers angewiesen. In solchen Momenten möchte man am liebsten doch wieder zum Werkzeugkoffer greifen.